Patienten-Informationen

Vorsorgen ist besser als Heilen

Seit dem 1. Juli 2013 übernimmt die Grundversicherung die Kosten für Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen bei Personen im Alter von 50 bis 69 Jahren. Es werden alle zwei Jahre ein «Blut-im-Stuhl-Test» oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung bezahlt. Die Franchise geht zulasten der Versicherten.

Empfohlen wird  die Darmkrebs-Vorsorge bei allen Personen mit Durchschnittsrisiko ab 50 Jahren, bei familiärer Belastung bereits ab 40 Jahren resp. 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter der betroffenen Person.

Warum vorsorgen?

Dickdarmkrebs ist bei Männern die dritthäufigste (nach Prostata- und Lungenkrebs), bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung (nach Brustkrebs). Bis zu 5% der Bevölkerung erkranken im Verlauf des Lebens an Darmkrebs; in anderen Zahlen ausgedrückt muss bis zum 75. Lebensjahr einer von 24 Männern resp. eine von 37 Frauen mit Darmkrebs rechnen. In der Schweiz treten jährlich über 4'000 neue Fälle auf, mehr als 1'500 Patienten sterben am Darmkrebs.

Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu; weniger als 5% der Darmkrebsfälle treten vor dem 50. Lebensjahr auf. Ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht bei Darmkrebsfällen in der Familie: wenn ein Verwandter ersten Grades (Eltern, Geschwister) betroffen ist, wird das eigene Risiko verdoppelt bis verdreifacht. Wenn der Verwandte vor dem 50. Lebensjahr erkrankt, ist das Risiko sogar fünffach erhöht.

Weitere Risikofaktoren sind z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen, gewisse Ernährungsgewohnheiten (v.a. hohe Einnahme tierischer Fette, geringe Ballaststoffeinnahme), Übergewicht, Nikotin (Risiko um ca. 30% erhöht) und andere. Allerdings treten ca. drei Viertel aller Dickdarmkrebsfälle ohne spezielle Risikosituation auf.

In weit über 90% der Fälle entsteht vor dem eigentlichen Darmkrebs zuerst ein sogenannter Polyp (primär gutartige Geschwulst der Darmschleimhaut). Diese Polypen können (meist über Jahre) wachsen, bis es zu einer Entartung und somit schliesslich zu Krebs kommen kann. Dieser Entstehungsweg über eine (gutartige) Vorstufe hat zur Folge, dass Darmkrebs in vielen Fällen mittels geeigneter Massnahmen (Vorsorgeuntersuchung) vermieden werden kann. Dabei werden Polypen gesucht und entfernt, womit das Risiko für eine spätere Darmkrebsentstehung wesentlich reduziert werden kann.
Hinzu kommt, dass ein bereits entstandener Darmkrebs bei genug früher Erkennung geheilt werden kann. Dies hat insbesondere deshalb eine Bedeutung, da Darmkrebs nicht selten einige Zeit unbemerkt vorhanden sein kann. Wenn Darmkrebs im Frühstadium erkannt und behandelt wird, ist er heilbar.

Vorsorgeuntersuchung

Als Vorsorgeuntersuchung existieren verschiedene Möglichkeiten:

Vorsorge-Darmspiegelung alle 10 Jahre
Der Vorteil dieser Untersuchung liegt in der hohen Nachweisrate allfälliger Polypen. Zudem können diese Vorstufen in den allermeisten Fällen während der gleichen Sitzung entfernt werden, worauf die eigentliche Vorsorge basiert. Insgesamt kann mit der Vorsorge-Darmspiegelung das Risiko für das Auftreten eines Dickdarmkrebses um 80-90% reduziert werden.

Die Darmspiegelung ist insgesamt eine risikoarme Untersuchung, Komplikationen treten gemäss Literatur in ca. 2 pro 1000 Vorsorgeuntersuchungen ohne Intervention auf. Falls eine Intervention wie z.B. eine Polypenentfernung notwendig wird, kommt es in bis zu 2 von 100 Eingriffen zu Komplikationen wie z.B. eine Nachblutung der Abtragungsstelle oder (seltener) einer Perforation (Durchbruch der Darmwand). Allfällige Komplikationen können in der Regel medizinisch gut behandelt werden. Zwingend muss der Darm gut vorbereitet (entleert) werden, wofür ein Abführmittel eingenommen werden muss. Die Kosteneffizienz der Vorsorgespiegelung wurde in verschiedenen Modellberechnungen belegt. Auch mit anderen Vorsorgeuntersuchungen muss die Darmspiegelung den Vergleich der Kosteneffizienz nicht scheuen: während z.B. bei der Mammographie zur Brustkrebs-Vorsorge 1'500 Untersuchungen von beschwerdefreien Frauen notwendig sind, um  einen Todesfall zu verhindern, liegt diese Zahl für die Darmspiegelung bei Personen mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko je nach Altersgruppe zwischen 60 und 120 Untersuchungen.

1- bis 2-jährlicher «Blut-im-Stuhl-Test»
Vorteile dieser Methode sind die einfache Durchführung und die geringen Kosten. Nachteile sind die im Vergleich zur Darmspiegelung geringere Nachweisrate von (Früh-) Karzinomen und v.a. von Polypen, also der Vorstufen von Darmkrebs, welche ja gerade in der Vorsorge gesucht werden sollen. Zudem treten nicht selten falsch positive Resultate auf z.B. durch kleine Risse im Bereich des Darmausganges. Sobald ein Stuhltest Blut angibt, muss zwingend eine Darmspiegelung folgen zum Ausschluss eines grösseren Polypen oder gar von Darmkrebs. Andererseits sind auch falsch negative Resultate möglich, wo der Stuhltest kein verstecktes Blut angibt, obwohl sogar ein Darmkrebs vorliegt (welcher während der Untersuchung gerade nicht geblutet hat). Mittels Stuhltest kann das Risiko für das Auftreten von Darmkrebs bestenfalls um 1/3 reduziert werden.

Andere Untersuchungsmodalitäten zur Darmkrebsvorsorge haben sich nicht oder noch nicht etabliert. So liegt z.B. bei der sogenannten virtuellen Darmspiegelung (mittels Computertomographie) der Nachteil in der ebenfalls notwendigen Darmvorbereitung, der Strahlenbelastung und der geringeren Polypennachweisrate. Zudem müssen allfällige gefundene Polypen durch eine zweite Untersuchung (Darmspiegelung) entfernt werden, wofür nochmals eine Darmvorbereitung notwendig ist. Dies führt zu einer Verteuerung, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Personen über 50 Jahre in ca. 20% grössere und in 30-40% kleinere Polypen aufweisen.
Bei neueren Labortests wie z.B. DNA-Tests  (Septin 9-Test, Colox-Test) liegt der Vorteil in der einfachen Durchführung, da hierfür lediglich eine Blutentnahme notwendig ist. Die Sensitivität (also die Nachweisrate von Darmkrebs) liegt mit 70-90% höher als z.B. bei den Stuhltests auf verstecktes Blut. In der Vorsorge-Situation (also bei der Durchuntersuchung von beschwerdefreien Patienten mit Durchschnittsrisiko) liegt diese Nachweisrate allerdings tiefer, insbesondere auch für frühe Darmkrebsstadien. Für den Nachweis von Polypen, also den Darmkrebs-Vorstufen, ist die Sensitivität besonders tief. Dies limitiert den Wert dieser Untersuchung als Darmkrebs-Vorsorge zur Zeit noch erheblich.

Weitergehende Informationen

Sprechen Sie bei Bedarf mit Ihrer Hausärztin / Ihrem Hausarzt über dieses Thema. Weitergehende Informationen finden sie auch in den untenstehenden Links.

Broschüre Krebsliga: Dickdarmkrebs nie

Faltblatt Krebsliga: Kolorektales Karzinom

Weitere Informationen zu Darmkrebs: www.magendarmliga.ch

 

Weitere interessante Links für Patienten:

Magendarmliga: www.magendarmliga.ch

Information / Patientenvereinigung Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn): www.smccv.ch

Information zu Zöliakie: www.zoeliakie.ch, www.magendarmliga.ch

Information zu Darmkrebs: Krebsliga , Magendarmliga

Information zu Laktoseintoleranz: www.laktose-intoleranz.ch

beodocs (Ärztenetzwerk Berner Oberland): www.beodocs.ch

Darmkrebs Vorsorge

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